Aktualisiert:  12. Oktober 2016
 
Kinderschach unter 8 Jahre
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16. Offene U8 Meisterschaft mit internationaler Beteiligung 2016      Turnierseite >
12.10.2016, Fotoquelle Turnierseite | von JD:  Vom 10. bis 15. Oktober findet die 16. Offene U8 Meisterschaft mit internationaler Beteiligung (inoffizielle Deutsche U8-Meisterschaft) im Kinder- und Erholungszentrum Sebnitz statt. Gespielt werden 9 Runden mit Bedenkzeit je Spieler 60 Minuten für 40 Züge +15 Minuten bis zum Ende der Partie.
 
Foto li: Spielsaal R5
Foto re: SV RTH bei Analyse
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15. Offene U8 Einzelmeisterschaft 2015 In Sebnitz          Turnierseite >
17.10.2015 | von JD:   Vom 18. bis 24.10.2015 findet in der Herbstferienwoche die diesjährige U8-Meisterschaft mit internationaler Beteiligung im KiEZ Sebnitz statt. 65 Kinder spielen in 9 Runden mit 60+15 Minuten Bedenkzeit um die Schachkronen für Mädchen und Jungen und beste Platzierungen. Aus unserem Partnerverein SV Roter Turm Halle sind am Start    Nelly Adelmeyer + Anton Kageler, +  Johann Pietsch (beide GS Neumarkt Halle) + Georg Spinka.
 
Rüdiger Schneidewind (SV RT Halle) berichtet aus Sebnitz
Foto SV RT Halle: Anton, Georg, Johann, Nelly, Trainer Rüdiger Schneidewind und Matti Adelmeye

Letzter Spieltag, 24.10.2015:   Eigentlich war es mir gelungen, dass alle Kinder frohen Mutes in diese letzte Runde gingen. Doch die Spannung, besonders bei Nelly, war schon da. Das Abklatschen vor der Runde war deshalb besonders intensiv. Und es war überall spannend und spielerisch, auch in dieser letzten Runde absolut top. Überraschend schnell ging es bei Johann, der sichtbar vom schnellen Spiel seines Gegners, Jasper Neumann (SC Borussia 1920 Friedrichsfelde) profitierte. Zuerst stellte er, durch eine Springergabel auf h3, die Dame und vier Züge später hätte er einen Turm verloren. Nach 22 Minuten, im 20. Zug, gab der Berliner auf und Johann rief sofort den Schiedsrichter, der das bestätigte.

Bei Georg ging es von Beginn an turbulent zu. Wieder musste er sich verteidigen, sein Gegner, Marvin Hapke (SC Bisingen-Steinhofen) griff mit Dame, Läufer und Turm am Königsflügel an. Doch Georg zeigte sich unbeeindruckt und hatte plötzlichen einen Turm mehr und stand nach 28 Zügen mit 10,9 im Plus. Doch die weiße Dame und der Läufer waren in die schwarze Stellung eingedrungen, es gab zahlreiche Schachs. Mit Dauerschach gab sich sein Gegner nicht zufrieden, die Schachs führten zu Figurengewinnen und am Ende unterlag Georg gegen zwei Damen noch deutlich. Auch hier war viel mehr drin, das zeigte auch die Analyse mit Matti.

Nicht weniger dramatisch war es auch bei Anton. Johannes Meusel, der unseren Verein hier gut kennengelernt hat, spielte ganz schön frech und schnell, zum Glück, den Anton hatte einiges weniger. Es war die einzige Partie, die Anton fast über die gesamte Zeit im Stehen spielte und er begann zu kombinieren. Und das mit Plan. Hat Anton einen Plan ist er fast unbesiegbar?! So wurde es doch noch Anton – der Zauberer. Denn was er mit Turm, Läufer und zwei Freibauern spielte, war „allererste Sahne“, sein Gegner stellte im 43. Zug noch einen Turm ein und ich selbst hatte sehr viel Freude. Klar, mit Dame und Turm, mit Treppenmatt, wurde Johannes Meusel Matt gesetzt, ein sehr guter Abschluss, auch für Anton.

Doch was passierte nun mit Nelly? Ich hatte ihr in der Vorbereitung zu Caro-Kan aug das Damengambit von Nicholas Richter (SV Dresden-Striesen). Nelly spielte diese Eröffnung zum ersten Mal. Das war zu spüren, denn der Dresdener räumte, nach Dxb7 die gesamten Bauern am Dameflügel ab. Doch Nelly nahm es gelassen unter dem Motto: ich komme etwas später, aber dann richtig. Wie vorbereitet begann sie plötzlich auf der b und c- Linie anzugreifen, fand das Zusammenspiel mit dem Läuferpaar, gewann Bauern zurück, fesselte, drohte Matt und Damegewinn. Unglaublich, was sie voll konzentriert, für Züge fand. Besonders ein weißfeldriger Läufer war eine Riesenfigur. Die Hoffnung von mir stieg auf einmal. Man spürte den Kampf und den Willen von Nelly. Nicholas Richter musste im Endspiel die Damen tauschen, gewann den Bauern zurück. Doch ich behaupte, dass die verbundenen Zentrumsbauern und der Riesenläufer gegen einen mausetoten Springer und einen Randbauern gereicht hätten. Es war unglaublich spannend. Hilfe im Medaillenkampf, zum Beispiel von Florian Schön kam keine. Charis Peglau (SV Bannewitz) gewann souverän gegen den Leipziger, der Johann besiegt hatte. Auch die Führende, Magdalena Pawicka, die übrigens kurz nach ihrer Siegerehrung zur Weltmeisterschaft nach Griechenland flog, war klar überlegen gegen Lorenz Beyer. Doch um Platz 3 wurde es dramatisch. Und Nelly bot, nach 90 Minuten, im 48. Zug, plötzlich Remis an und ihr Gegner willigte sofort ein. Beim Angebot stand sie leicht im Minus. Für rund 5 Minuten war Nelly nun Dritte in der Mädchenwertung! Doch Saskia Pohle (wir erinnern uns: Grundreihenmatt gegen Anton – doppelt tragisch!), schon vorher mit der klar besseren Feinwertung holte sich den Punkt gegen Olga Kraszewska und zog an Nelly vorbei. Unser Verein war ganz nah an einer Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft, es fehlten nur 6,5 Buchholzpunkte!

Doch Nelly muss nicht traurig sein. Sie ist unsere Beste von Sebnitz, zweitbeste Spielerin aus Sachsen-Anhalt und die Nummer 3 in Deutschland! Ich bin aus schachlicher Sicht mit allem sehr zufrieden, besonders auch mit Co- Trainer Matti Adelmeyer. Die Gesamtbilanz ist, bis auf wenige Wolken, ausnahmslos positiv. Es hat viel Spaß gemacht mit unseren Fünf und den vielen Muttis, die auch noch sehr gut Auto fahren können.

Danke für schöne Tage in Sebnitz, wir kommen wieder vom 9. bis 16. Oktober 2016.

 

5. Spieltag, 23.10.2015:   Die Frage des heutigen Morgens lautet: wollten unsere Kinder Zeit und Kräfte für die letzten beiden Runden sparen? Zwei Punkte gab es in 55 Minuten und das kam so: Georgs Partie war, wie sooft, als erstes beendet. „Arnd hat ihn ausgetrickst...“, meinte die Magdeburger Trainerin, Martina Danies, kurz nach der Partie. Ja, wenn die Magdeburger mit Tricks arbeiten! Kurz und gut, Georg hatte sehr schnell, durch eine Springergabel auf f3 mit Läuferopfer, die Dame verloren und da nützte auch der kleine Angriff mit Leichtfiguren am Königsflügel nichts mehr.

Bei Nelly gegen Dora Peglau (SV Bannewitz) wurden sehr schnell Damen und Leichtfiguren getauscht, doch am Ende hatte Nelly einen Springer weniger. Dann kam sie plötzlich mit einem durchaus erfreulichen Schachbegriff aus dem Spielsaal: GRUNDREIHENMATT! Wenn ich in diesem Fall erfreulich schreibe, ging es dieses Mal positiv aus und unsere junge Dame steht jetzt bei stattlichen 4 aus 7!

Anton war in das Landesduell gegen den favorisierten Vizelandesleister tatsächlich ohne Stress, aber wohl mit zuviel Respekt gegangen. Die kleineren Fehler lagen gleich am Anfang (Springerverlust nach Fesselung) und sind zu analysieren. Auf jedenfall hatte er schon nach der Eröffnung etwas weniger und unterlag nach 25 Zügen durch Aufgabe.

Johann hatte mit Johannes Meusel (ESV Gera) einen spielstarken Gegner, der Nelly besiegt hatte. Der Thüringer wehrte sich massiv, hatte einen starken Läufer auf a2 und so musste Johann hart um den Punkt kämpfen. Ein Turmeinsteller von Johannes brachte hier die endgültige Entscheidung und unser Johann spielte stark und konzentriert zu Ende, was deshalb nicht immer leicht war, weil eine Schiedsrichterhelferin für den Geraer die Partie mitschrieb. Zum Schluss fand Johann das dreizügige Matt mit Turm und König. Während Matti mit Georg und Anton analysierte und dabei exakt die Schwachpunkte fand (wird vielleicht mal Bundestrainer!!!) konnte ich das Grundreihenmatt von Nelly erleben und ein Tischtennismatch mit der Landesmeisterin spielen, welche Ehre!

Noch zwei wichtige Nachträge von gestern: der Schneemann heißt Olaf und Matti wurde mit 4,5 aus 11 12. im Betreuerblitz! Glückwunsch!

Wie aufgefädelt in der zweiten Reihe saßen unsere drei Vierpunkteengel (äh Kinder) zur vorletzten Runde dieser Deutschen Meisterschaft. Nelly hatte als Gegner einen polnischen Jungen zugelost bekommen und auch die anderen Gegner waren „Sizilianer“ (also kein Pole?) Bin völlig durcheinander. Aber wieder der Reihe nach. An allen Brettern kamen die Vorbereitungen aufs Brett und Vereinstrainer Matti Adelmeyer kontrollierte streng, ob seine Hinweise beachtet wurden. „Georg hat das ganz toll gemacht, was ich ihm gezeigt habe,“ meinte Matti stolz und in der Tat bot Georg gegen Alexander Ivanov (TSV Makkabi Rostock) seine beste (und längste Partie – 90 Minuten! Da muss es doch einen Zusammenhang geben!?). Er fand tolle Züge und startete im 22. Zug eine vierzügige Kombination, in der er die weiße Dame zwei Türme und einen Springer gewann. Unglaublich! Aber ähnlich wie Nelly gestern musste er nun mit zwei Türmen und Springer gegen die schwarze Dame spielen. Leider gelang das nicht ganz. Am Ende bot der Rostocker mit Dame gegen zwei Türme Remis an, was Georg annahm. Ein großer Kampf!

Bei Johann war die Situation gegen Justin Willsch vom Forster SC lange Zeit unübersichtlich. Ich glaubte, ein paar Vorteile zu erspähen. „Johann macht aber nicht das, was ich ihm geraten habe,“ beschwerte sich Matti, der Johann vorbereitet hatte. Anton hatte sich gegen Bahne Fuhrmann (Hamburger SK von 1830) einige Bauern zuviel wegnehmen lassen, behauptete aber mal zwischendurch, dass er gewinnen würde. Das ist aber nichts von dem, was auf Nellys Brett vor sich ging: Ich denke, dass das Sizilianisch von Kacper Karp (KSz Jelonka Jelenia Góra) noch ausbaufähig ist, um es vorsichtig zu sagen. Nelly nutzte ihre Chance, erkannte im 19. Zug einen Bauerngewinn. Der polnischen Spieler behielt das Läuferpaar und schwarze Tripplebauern im Zentrum, Nelly fand ein Abzugsschach, tauschte den letzten Läufer. Kacper Karp forcierte den Tausch der Türme, ein schwerer Fehler, doch das Bauernendspiel (6 schwarze gegen 5 weiße) war nicht entschieden. Nelly übersah in der entscheidende Phase noch ein en passend Schlagen, was sie wieder in Minus brachte. Doch wie stark sie dann mit den zwei verbliebenen Bauern am Dameflügel losmarschierte und die Partie an sich zog war Klasse. „Ist 120- prozentig gewonnen“, meinte ein Thüringer Trainer und so kam es dann. Ein hilfloser schwarzer König stand am Dameflügel mit den weißen Bauern a4 und b3 herum, während Nelly ihr (unsichtbares) Figurenkästchen aufmachte und die Tripplebauern einsammelte. Dann marschierte sie zum Königsflügel, um den allerletzten schwarzen Bauern zu erbeuten und mit ihrem h- Bauern zur Dame zu gehen. Das allerdings ließ sich der polnische Spieler nicht mehr zeigen und gab im 51. Zug auf. Was für ein Auftritt von Nelly hier! Kurz nach Georg kamen dann auch Anton und Johann. Beide hatten leider verloren, werde ich mir noch anschauen.

Immerhin, Fotos der Maskottchen von Nelly und Johann (natürlich der Bauer aus Willingen) schafften es sogar in den Tagesbericht und damit ins Internet.

Und in der Mädchenwertung tobt der nackte Wahnsinn. Die ersten vier sind mit 5 Punkten punktgleich und nur durch die Feinwertung getrennt. Und Nelly ist Vierte...

4. Spieltag, 22.10.2015:   Voll auf Angriff waren die Kinder des SV Roter Turm an diesem Vormittag ausgerichtet. Und alle legten gleich richtig los. Nelly gegen das Skandinavisch von Rubina Arnold (RW Neuenhagen), Anton gegen das Sizilianisch von Jakov Klonov (SK München Südost) und auch Johann gegen Lorenz Beyer (SC Eintracht Berlin) und Georg, im Landesduell gegen Nare Khanbekyan (USC Magdeburg), begannen sehr offensiv. Und so sah es an allen Brettern sehr gut aus. Anton kombinierte in einem rasenden Tempo (vier Minuten für 13 Züge) und erregte sogar die Aufmerksamkeit des sächsischen Großmeisters Henrik Teske. „Beide viel zu schnell“, meinte er, „aber die schwarze Stellung ist nicht zu halten!“ Und so kam es dann auch. Mit einer tollen Kombination hätte Anton entweder die Dame gewonnen oder Matt gesetzt. Letzteres geschah, mit Läufer und Turm. Eine tolle Schnellschach(-partie) von Anton, die gleich mit dem Großmeister analysiert wurde, danke dafür.

Georg wollte heute Vormittag unbedingt noch in den Saurierpark. Zuvor ließ er sich geradeso überzeugen, gegen ein kleines Magdeburger Mädchen zu spielen, besorgte sich ein paar Hinweise von Herrn Schneidewind und sammelte dann eine Figur nach der anderen ein. Irgendwann gewann ein Turm die Dame und Georg wenig später, nach 40 Minuten, die Partie. So konnte es weitergehen. Auch Johann hatte toll begonnen. Die weiße Dame hatte im schwarzen Lager richtig „aufgeräumt“, aber Johann hatte vergessen, dass man auch mal Figuren entwickeln und Rochade machen muss. Nach etwas mehr als einer Stunde gab es Enttäuschung pur, als er die Dame einstellte und schnell unterlag, schade.

Blieb Nelly im Mädchenduell. Sie hatte es vorgezogen wieder am längsten zu spielen. Doch ein dicker Schneemann verstellte mir, trotz Sonne, den Blick auf das gesamte Brett. Nelly stand von Anfang an besser, nutzte aber erneut nicht alle Chancen und es wurde wieder kompliziert auf der e- Linie. In der Analyse dauerte es dann eine Viertelstunde, bis sie ihre größte Gewinnchance (mit Hilfe eines Gummibärchens auf f7) erkannte: ein Abzugsschach mit Damegewinn! Beim Mittagessen sprach mich sogar „die große Chefin des Ganzen, Hannelore Neumann vom sächsischen Verband, auf Nellys Partie an. Tja, unsere Kinder erregen eben Aufmerksamkeit!

Aber ich schweife ab. Es kam zu einem Endspiel Springer gegen Läufer (wieder weißfeldrig! Von Nelly), allerdings mit drei Mehrbauern am Dameflügel. Das Endspiel, einschließlich das mit der Dame, spielte sie gut (ich würde ihr eine 2 geben) und gewann nach genau 100 Minuten, in 66 Zügen, nicht ohne ihre Gegnerin noch gehörig gequält zu haben und wir registrierten Punkt Nummer 13 für unseren Verein, von 24 möglichen, ganz gut.

Danach entschied sich die Mehrheit für eine schöne Wanderung, nebst Kahnfahrt. Es ging in den Hinterhermsdorfer Grenzwinkel zur romantischen Kirnitzschklamm verbunden mit einer historische Kahnfahrt zur „Obere Schleuse“. Schon auf der Wanderung gab es viel zu entdecken im Nationalpark und die unterhaltende Kahnfahrt mit böhmisch-tschechischen Führer auf Deutsch, sehr humorvoll, mit unechten Buntspechten, Eichhörnchen, Alligatoren, phantasievollen Steinen und echten DDR-Grenzmarkierungen. In der Mitte der Kirnitz verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien und so war die eine Hälfte immer in Tschechien. Nelly und Anton behaupteten sogar, sie hätten ein echtes Eichhörnchen gesehen.

Nach dem Abendessen wurde nochmal richtige gearbeitet, mit Partieanalyse, Partien eingeben und vor allem mit der Vorbereitung eines reizvollen Spieltages.

Und weil Berichterstatter Tag und Nacht auf Achse sind, noch einen Zwischenbericht vom Betreuerblitz. Nach 5 Runden hat Matti Adelmeyer stolze 2,5 Punkte und bei 1,5 Punkten war ich life dabei. Klasse! Mehr dann morgen.

 

3. Spieltag, 21.10.2015:   Eines lässt sich im Sebnitzer Vormittagsnebel nicht verheimlichen: es wird richtig gutes Schach gespielt! Dazu zählten erfreulicherweise auch unsere Kinder, bis auf unseren kleinen „Temposünder“ Georg. Aber der Reihe nach: Kurz nach 9.00 Uhr war alles bereit zum ersten Vereinsduell und für Nelly und Georg. Bei den beiden letztgenannten kam, fast vollständig, die Vorbereitung aufs Brett. Doch nach übersehener Mattdrohung war für Georg gegen Gustaf Klühs (SF Nordost Berlin) nach 22 Minuten alles vorbei, da nützt auch der gute Beginn nichts. Zeit also, nach den anderen zu schauen. Und was der Trainer dort über zwei Stunden zu sehen bekam, ließ das Herz einfach schneller, höher schlagen (gut für Herz und Blutdruck??). Nach etwas zu schnellem und turbulenten Beginn mit kleineren Fehlern auf beiden Seiten wurde es bei Johann gegen Anton immer langsamer. Nach den entgegengesetzten Rochaden stand Johann deutlich im Plus (+2,8 laut Computer). Ergebnis war eine starke Partie beider, wobei sich Anton, vor allem mit starkem Läuferpaar, materielle Vorteile erarbeitete. Doch der Vorteil (+3,3 nach 37 Zügen) schmolz wieder zusammen, als Anton seine Königsstellung öffnete. Plötzlich spielte Johann mit Turm, Läufer und Springer auf Matt und im 39. Zug hätte es auch fast geklappt. Doch Anton erkannte die Drohung gegen den König am Rand und verteidigte sich geschickt. Allerdings brachte der Mattangriff Johann einen Turmgewinn.

Nelly war, wieder aus der Schottischen Eröffnung, gegen Jakov Klonov (SK München Südost) gut aufgestellt, nutzte leider ihre Chancen auf der d- Linie nicht, tauschte ihre „gute“ Dame gegen die „schlechte“ schwarze und behielt, nach dem Abtausch der Schwerfiguren, im Bauernendspiel den schlechteren (weißfeldrigen) Läufer. Dann gab es ein Malheur im Spielsaal. Einem Spieler ging es nicht so gut, er musste sich übergeben und das beeinflusste fast alle noch laufenden Partien. Johann und Anton mussten mit ihrem Brett „umziehen“, doch zu dieser Zeit war die Partie längst zugunsten von Anton „gekippt“. Der alles entscheidende Fehler passierte im 50. Zug. Johann zog 50. Sf1 und stellte damit den Turm auf b7 ein. Johann meinte, er spiele dann immer auf Patt. Doch Anton begann mit Johann zu „spielen“, ein „verwandelter“ Bauer wünschte sich einen Springer? und vier Züge später setzte er, nach fast 100 Minuten, mit zwei Türmen Matt.

Etwas anders sah es zu dieser Zeit bei Nelly aus. Sie war gegen den Münchner in ein Bauernendspiel mit Minderbauern mit ungleichfarbigen Läufern geraten. Das Geschehen wechselte ständig, doch einen richtigen Vorteil hatte niemand. Nelly gelang es für einige Zeit ihrem Gegner das Spiel auf den weißen Feldern aufzuzwingen. Doch ihr Gegner, Jakov Klonov, lehnte zwei Remisangebote ab, spielte, fast schon routiniert, mit klarem Ziel. Und so waren es am Ende wohl vier ungenaue Königszüge, die Nelly, nach über zwei Stunden, um das verdiente Unentschieden brachten.

Sehr gefallen hat mir in dieser Runde auch die Partie zwischen dem vielleicht stärksten deutschen Mädchens, Lepu Coco Zhou (Schachpinguine Berlin) gegen Magdalena Pawicka

(MDK Fabryczna Polonia Wroclaw). Es war ein scheinbar ausgeglichenes Endspiel eines weißen Turms gegen Läufer und Springer der Polin. Doch wie sicher und perfekt die Polin mit den Leichtfiguren und einem Freibauern spielte war schon sehenswert und am Ende hatte die Berlinerin keine Chance. Noch eine Partie fürs Training.

Die Auslosung zur Nachmittagsrunde verzögerte sich und einige hier erinnerten sich an Magdeburg 2013, wo die u10- Vereinsmeisterschaft abgebrochen werden musste. Doch irgendwann kam Entwarnung und Matti brachte mir 13.42 Uhr die interessanten Gegner unserer Kinder. Das reichte nur zu einer sehr kurzen Vorbereitung. Ich sprach besonders Johann Mut zu, was scheinbar geholfen hat. Nach 7 Minuten kam er lächelnd als erster aus dem Turniersaal: „... Gewonnen, fast wie Schäfermatt“ (gegen August Tätzner BSG Grün-Weiß Leipzig), meinte er. Ich denke, die richtige Reaktion auf die verlorene Partie im Vereinsduell. Anton „reagierte“ etwas anders, aber dazu später.

Nelly hatte mit Johannes Meusel (ESV Gera) einen Gegner, der offensichtlich Partien mag, wo viel los ist. Auf dem Brett war ein kompliziertes Mittelspiel mit zahlreichen Fesselungen. Dieses mündete in ein Endspiel zwei Türme und Läufer (Nelly) gegen Dame und Turm. Das ist gar nicht so einfach und es kam wie kommen musste. Der Junge mit der Dame besiegte die Dame ohne Dame. Nelly war untröstlich. Warum kriegt immer sie die schweren, komplizierten Partien?! Nett fand ich gemeinsame Auswertung mit Johannes, hat Spass gemacht. Auch Georg hatte sich gegen Weiß Philipp Stöhr (BSG Grün-Leipzig) einiger Mattdrohungen zu erwehren. Doch unser Jüngster verteidigte sich gut und hatte, nach den Abtauschen (oder wie ist die Mehrzahl?) plötzlich eine Figur mehr. Mit einem Freibauer und der totalen Gewinnstellung versuchte er selbst einen Plan zu entwickeln, doch bevor der umgesetzt werden konnte, nahm er zu Entsetzen des Trainers das Remisangebot des Leipzigers an. Nicht zu glauben, was ein Trainer so alles aushalten muss! Aber es sollte noch schlimmer kommen. Ich hatte gerade die Gewinnstellung von Anton gegen Saskia Pohle (Muldental Wilkau-Haßlau) fotografiert, als die Partie plötzlich zu Ende war. Anton hatte stark gespielt, einen ganzen Springer mehr und einen Turm auf der Grundreihe. Seine Gegnerin hatte nur noch einen Turm, der auf a4 auf das Unmögliche lauerte und tatsächlich, Anton zog Tc3??? und Saskia setzte schnell und freudig Grundreihenmatt, um den schrecklichen Fachbegriff zu verwenden. Wie heißt es in einem alten deutschen Film: „Man fasst es nicht!“

2. Spieltag, 20.10.2015:   Also, ich gebe es zu: ganz so vorbereitet war das nicht, was Georg im Landesduell gegen Tobias Röther aus Zerbst aufs Brett brachte, aber was ist heute schon normal. Nimzowitsch-Larsen-(Spinka) Angriff wurde da gespielt, mit 1. b3 d5 und 2. Lb2... Na ja, Hauptsache, Georg kam damit gut zurecht, spielte langsam und hielt gut dagegen. In der Folgezeit versuchte er verzweifelt mit Springer und Dame Matt zu setzen, ignorierte sogar Figurengewinne. Doch das Matt wollte nicht gelingen. Zwischendurch lehnte Georg mutig mal ein Remisangebot ab, aber im 33. Zug, als es nach dem Dametausch wohl verloren war, bot er selbst (ungültig) an und Tobias nahm an zum ersten (im wahrsten Sinne des Wortes erkämpften) halben Punkt für unseren Jüngsten. Nicht normal war allerdings auch, dass ich das Verhalten vom Herrn Röther beim Schiedsrichter reklamieren musste. Er stand mit einem Tablet direkt vor dem Brett der beiden und das geht wohl gar nicht bei einer DEM, so inoffiziell sie auch sei. Reaktion des Schiedsrichters: „Er wollte doch bloß ein Foto machen und es ist doch nicht spielentscheidend!“ Na ja. Spielerisch war es in dieser einzigen Runde des heutigen Tages auch bei den drei anderen alles in Ordnung. Mit der Schottischen Eröffnung konnten sich Nelly (gegen Luca Alexander Brandstrup, Hamburger SK von 1830) und Anton (Foto links, am Brett) klare Vorteile erarbeiten. Anton kam zu 6. d5, bei Nelly war es ein starker Läufer und bei Anton noch einiges mehr. Nelly kam zum Matt mit zwei Türmen und Anton setzte mit Dame und Turm auf der 7. Reihe, nach knapp einer Stunde Matt, gegen Joel Korf (Hamburger SK von 1830). „Ein Hamburger zum Frühstück...“ kommentierte Jens Adelmeyer nach der Partie von Nelly per SMS etwas diskriminierend, aber eigentlich hat er recht.

Foto SV RT Halle: Anton

Erneut spielte Johann am längsten gegen Florian Schön (BSG GW Leipzig). Ich hatte etwas Sorgen mit seiner Absicht Russisch mit Schwarz und so wurde sehr unsaubere Theorie gespielt und am Ende mit Minderbauern für Johann am Dameflügel. Die Leipziger waren jedenfalls bester Laune, verkündeten den zweiten Mehrbauern und als er die letzte Leichtfigur abtauschte ging Johann mit einem Bauern weniger in ein kompliziertes Bauernendspiel, indem sich die Lage von Zug zu Zug verschlechterte. Im 56. Zug kam das Matt, doch 7,5 Punkte aus 12 bzw. 11 Partien sind natürlich gut.

Ein kurzer Spaziergang, dann gab es einen Schachnachmittag mit der Landeshauptstadt. Martina Danies hatte uns mit ihren Kindern herausgefordert. Zunächst gab es drei Runden Tandem mit vier Mannschaften. Anton und Nelly waren die unbesiegten Sieger, dann gab es drei Teams als Zweite. Im Anschluss folgte ein 7- rundiges Blitzturnier mit vielen dramatischen Partien, dass aber von Johann beherrscht wurde, der bis auf ein paar kleinere Schwierigkeiten, alle Partien gewinnen konnte. Der Sieger und alle Platzierten erhielten massenweise Süßigkeiten aus einem Köfferchen.

Johanns Niederlage heute hatte noch eine gemeine Konsequenz: das Vereinsduell gegen Anton. Wird natürlich nicht vorbereitet. Ansonsten freuen wir uns auf drei interessante Partien morgen.

 
1. Spieltag, 19.10.2015:  Endlich geht es los, aber nicht für alle. Ein Blick auf die sehr späte Auslosung brachte gleich die erste Hiobsbotschaft. Georg war spielfrei, durfte gegen Matti spielen und lernen, aber toll war das nicht. Nelly und Johann hatten sich an den Rändern „versteckt“. So konzentrierte ich mich auf Anton. Anton hatte gegen Momme Fredrik Held (SC Kreuzberg) gut begonnen, jedoch einige taktische Fehler begangen. Vor allem wurde er immer schneller und das ist nicht gut bei zahlreichen Drohungen, die sein Gegner aufstellte. Vor allem gefährliche Abzugsdrohungen kosteten Figuren und selbst eine Mattdrohung von Anton konterte der Berliner mit einem Abzugsschach mit Turmverlust (mit dem er Matt setzen wollte). Mit Anton, nach etwa einer Stunde, kam auch eine strahlende Nelly aus dem Turniersaal. Sie hatte gegen Maxim Potapov (SV Dresden-Leuben) alles abgewehrt und am Ende einen Turm mehr und mit einem Bauern auf f3 setzte sie dann, mit einem Turm, im 33. Zug Matt. Am längsten spielte Johann in Runde 1. Er hatte für die ersten 6 Züge ungewöhnlich viel Zeit verbraucht, tauschte bereits im 8. Zug die Damen gegen Nora Peglau (SV Bannewitz). Im 17. Zug gewann er, mit schöner Kombination, eine Leichtfigur und mit zwei Supertürmen die Partie. Also erste Runde ganz gut, auch die Analyse mit Vereinstrainer Matti Adelmeyer lief wie Waldemar Cierpinski, also sehr gut
 
Foto SV RT Halle: Johann
 

Viel vorzubereiten gab es für die Nachmittagsrunde nicht. Es war klar, dass Georg, Johann und Nelly stärkere Gegner bekommen würden. Das zeigte sich in dieser 2. Runde vor allem bei Nelly und Georg. Karl Böhm (Muldental Wilkau-Haßlau) ließ Georg keine Chance, der schon nach 9 Zügen eine Figur weniger hatte, und auch Nelly hatte gegen Ansgar Zielke (SC Zugzwang 95 Berlin) viel zu passiv begonnen und musste sich dem Ansturm vieler weißer Figuren erwehren. Merkwürdig war hier nur, dass Nelly zum zweiten Mal hintereinander Schwarz hatte, sich ein Nachteil.

Doch zunächst gab es, nach nur 25 Minuten, zwei weitere Punkte für den SV Roter Turm. Fast gleichzeitig beendeten Anton und Johann ihre Partien. Anton hatte den Plan, auf g2 mit Läufer und Dame Matt zu setzen und ich konnte sehen, wie er diese Idee geschickt, aber mit zuviel Risiko, zu Ende spielte, ohne das seine Gegnerin, Rubina Arnold (RW Neuenhagen), jetzt mit einem Turm mehr, etwas bemerkte. Auch Johann setzte zunächst, gegen die Niederländerin, Isabella Judit Bertholee (SK Nordhorn-Blanke) seine Idee mit Lxf7 um und hatte dann gegen den flüchtenden König einen klaren Mattplan und erkämpfte mit 86%! Computerzüge den 2. Punkt heute. Dann wurde Georg wenig später, mit zwei Türmen und Springer Matt gesetzt, ohne sich richtig gewehrt zu haben, doch Nelly kämpfte weiter. Über 90 Minuten bis zum etwas umständlichen Matt mit zwei Türmen. Doch die kleineren Fehler lagen wohl schon im angenommenen Damengambit, womit man sich wohl nochmal beschäftigen muss. Nelly gehörte in dieser Runde mit zu den letzten, die ihre Partie beendeten und die Mädchentabelle nach der 2. Runde werde ich mir einrahmen: Nelly führt!!
Foto SV RT Halle: Nelly Adelmeyer
 
Anreisetag, 18.10.2015 :  Es ist Herbst geworden. Und wieder mal gibt es in Sebnitz die u8- Meisterschaft. Mit 15 Jahren ist sie zwar im reiferen Jugendalter, doch für die Deutsche Schachjugend immer noch zu klein für die Angliederung an die DEM. Doch ganz egal, was man in Berlin denkt oder nicht denkt, für unsere Kinder ist es ein wichtiger Termin im Schachkalender. Mit vier Kindern, darunter mit zwei Landesmeistern 2015, sind wir als SV Roter Turm in diesem Jahr vertreten und diese kamen pünktlich in Sebnitz an.
Die frühe Eröffnung, unmittelbar nach der Anmeldung war ungewöhnlich, aber da hat man die Turnierbelehrung hinter sich. In diesem Jahr war sie besonders ausführlich, aber ohne wirkliche Neuigkeiten. Es gibt Bauarbeiten, kein Welan, Kinder aus Polen und Holland wurden begrüßt, sonst wenig Neues, ein paar Gespräche mit Bekannten, Zimmer soweit in Ordnung, 5. Etage wie immer.

Die Zeit nach dem Abendessen nutzte unser Verein mit Partieanalysen mit allen vier Kindern, da sind drei Stunden schnell vorbei. 65 TeilnehmerInnen sind unschön und eine Auslosung gab es heute auch noch nicht.