Tagesberichte Deutsche Schulschach Meisterschaften  2013 von Rüdiger Schneidewind.

 

1.Tag: Grauenvolles Wetter empfing uns hier in Dittrichshütte, aber ansonsten sind alle drei Autos, mit den Kindern und Betreuern gut angekommen. Doch neben dem Wetter gab es zunächst so einige außerschachliche Probleme. Die Trennung der Mannschaft in zwei Häuser bei der Zimmeraufteilung zum Beispiel, das Beziehen der Betten oder das Abendessen, für einige im Schnelldurchgang, und die viel zu späte Nachtruhe. Und kurz nach der Betreuerbesprechung auch noch die Auslosung: die GS Grönauer Baum aus Lübeck ist Gegner Nr. 1. Gut oder schlecht wird sich noch herausstellen.

 

Toll sind auf jeden Fall die Tshirts. Wir sind an Nummer 3 gesetzt. Und: morgen gilt es!

 

2.Tag: Sachsen-Anhalt ist ja bekanntlich das Land der Frühaufsteher und da die GS Neumarkt ja unser Bundesland präsentiert, mussten das unsere Kinder heute Morgen gleich mal ausprobieren. Kurz vor 6.00 Uhr waren die ersten im Sechsbettzimmer wach und die Nachtruhe beendet.

 

Und nach einer eigentlich nicht stattgefundenen Eröffnung begann die zweite Deutsche Schulmeisterschaft in Folge für die Neumarktschule 9.15 Uhr und sie begann erfolgreich!

 

Liam Klaus bekam am 3. Brett bereits im 4. Zug eine Figur geschenkt und Zug Nr. 5 war Dxg2 und nach 6 Minuten gab es dann den ersten Punkt für uns. Adam Marten daneben hatte mal kurz mit dem gefesselten f3-Springer einen Bauern geschlagen. Sein Gegner nahm natürlich die Dame und das alles in unglaublichem Tempo. Danach hatte Adam recht gute Ideen, musste aber verteidigen und bekam irgendwann die Dame zurück und drohte plötzlich sogar Matt. Allerdings stellte er kurz danach den Springer ein und zwei schwarze Türme auf der 2. Reihe sorgten für das Matt. Auch Florian bekam nach dem schnellem b3 im Mittelspiel einfach mal so einen Springer und sein starker Angriff brachte dann noch Dame und das Matt. Hugo Post hingegen spielte gegen eine mir gut bekannte junge Dame, Elisabeth Schönweiler. Sie hatte in Magdeburg in einer spannenden Partie gegen Malte Hundrieser verloren und griff nun auch gegen Hugo mutig an. Hugo war von seiner Standarderöffnung abgewichen (e4, Lc4, d3)  und stand, mit geöffneter g- Linie gegen ein Läuferpaar und Dame, eigentlich schlecht. Doch Elisabeth fand nicht die beste Fortsetzung und brauchte erneut zu viel Zeit. Hugo befreite sich durch geschickten Figurentausch und stand, beim Blättchenfall seiner Gegnerin deutlich auf Gewinn. 3 Punkte oder ein 3:1 Sieg gut, mehr nicht.

 

In der zweiten Runde kam Lenhard Zaprasis ins Team, doch eigentlich wollte er gar nicht spielen. Wir konnten ihn zwar „überreden“, doch auch er beherzigte die Hinweise, doch langsam zu spielen, nicht. Mit der GS Stadtilm aus Thüringen meinte es der Computer erneut nicht gut mit uns. Doch der Reihe nach, obwohl es so schnell lief, dass man mit dem notieren gar nicht hinterher kam. Die Gastgeber hatten sich richtig heiß gemacht, beide wollten wohl schnell fertig werden. Das nahm man besonders an 2. Brett wörtlich. Hugo gewaltiger a-Turm brachte ein sensationelles Matt und Tränen über Thüringen. Allerdings war dann eher mir zum Heulen. Florian blitzte am Spitzenbrett ein kompliziertes Bauernendspiel, gegen Bastian Creß (DWZ: 1195) in drei Minuten herunter (Gesamtspielzeit 14 Minuten) und obwohl das eigentlich seine Stärke ist, musste er schließlich aufgeben. Lenhard hatte, am 4. Brett, schon zu Beginn eine Figur verloren und ließ sich dann einzügig auch noch mit zwei Türmen Matt setzen. Liam musste kämpfen, gegen Natalie Pflugradt gegen den starken Angriff der Thüringerin. Doch Liam gewann einen gefesselten Turm und fand dann starke Damezüge zum Dametausch und zum Sieg. Ein 2:2 nach nur 24 Minuten. Spielerisch eine schwache Runde.

 

Wer an Brett 4 in Runde 3? Adam wurde mit Weiß von Herrn Fritsch vorbereitet („Ich möchte eigentlich nur mit Schwarz spielen!?“). Und diese Vorbereitung zeigte deutliche Wirkung. In Runde 3 traf die Neumarktschule auf die Landgrafen- GS Dortmund (Nordrhein-Westfalen) und Adam spielte eine starke Eröffnung, hatte eine Mattdrohung, die sein Gegner abwehren konnte. Danach ging bei Adam unverständlicherweise gar nichts mehr. Seine Anfrage mit der Bitte Remis anbieten zu dürfen lehnte Florian zu Recht ab und Adam machte fast 13 Minuten gar keinen Zug mehr. Inzwischen war Liam in rasenden Tempo ins Turmendspiel gekommen, hatte aber einen Turm weniger und wurde nach nur 10 Minuten Matt gesetzt, eine schwache Partie gegen einen gleichstarken Gegner.

 

Inzwischen spielte Adam wieder, er fand, nun in arger Zeitnot, noch eine tolle Kombination mit Damegewinn, doch drei Sekunden später jubelten die Dortmunder, Blättchenfall beim bitter enttäuschten Adam, sehr sehr schade!

 

Auch beide Spitzenbretter waren zunächst in Bedrängnis. Allerdings verbesserte ein sehr konzentrierter Florian schrittweise seine schwarze Stellung und gewann dann sein Bauernendspiel durch Aufgabe.

 

Doch der Fokus dieser Runde lag trotzdem auf Brett 2 und Hugo Post. Sein Gegner, Tim Kantor, bekam mit Läufer, Springer und Turm sehr starkes Gegenspiel auf f2 und h2 und er hatte ebenfalls Florian nach Remisangebot gefragt und ebenfalls eine Absage erhalten. Hugos Gegner war bereits in Zeitnot, als Hugo, leicht unkonzentriert, in eine Springergabel lief und nun materiell im Nachteil war. Das Endspiel lautete Läufer (Hugo) gegen Turm mit zunächst noch klarem Zeitvorteil (8 Minuten) für Hugo. Doch er leistete sich unter anderem den Luxus, mal zwei Minuten gar nicht zu drücken. Es lief die letzte Partie der Runde, was einen Griff in die Schatzkiste vermuten lässt! Doch weiter: immer mehr nährten sich beide Zeiten an. Hugos Gegner zog sehr schnell (hin und her) mit König oder Turm und meinte, sicher ins Remis zu kommen. Doch Hugos Kampfgeist war erwacht. Er spielte stark auf den schwarzen Feldern, gewann durch Unachtsamkeit (berührt, geführt im Schach!) den Turm und hatte auf einmal einen Freibauern, den er bei 1.37 zur Dame verwandelte. Mit Läufer und Dame kam innerhalb von 7 Zügen tatsächlich eine Minuten vor dem Blättchenfall das Matt, ein unvergesslicher Kampf am 2. Brett! Und das Team ist nach drei Runde Neunter.

 

Und weiter ging die „wilde Reise durch Deutschland“ – dieses Mal nach Bayern. Die GS Pflaumheim war unser Gegner in der letzten Runde für heute und eigentlich war die GS

 

Neumarkt an allen vier Brettern besser besetzt. Verwundert fragte mich der Trainer nach den hohen TWZ- Zahlen an den ersten beiden Brettern.

 

An Brett 4 rutschte Lea Fritsch ins Team, sie wollte nicht mit Schwarz spielen und trotzdem lief der 34- minütige Wettkampf recht gut. Hugo, der natürlich zur Schatzkiste durfte, gewann als erster, wenig später sorgte Florian für das 2:0. An den beiden hinteren Brettern stand es nach 20 Minuten ausgeglichen und beide fragten nach, Remis anbieten zu können. Doch Florian lehnte zu recht erneut ab. Doch bei Liam hatte ich, durch die beginnende Linienöffnung kein gutes Gefühl, bis ein gefesselter schwarzer Bauer d4 schlug und Liam einfach die ungedeckte Dame gewann. Einen Zug vor dem Matt gab sein Gegner, Carsten Rachor, auf. Blieb noch Lea, die von Anfang an unter hohem Druck stand. Am Ende gratulierte ich ihrem Gegner zum Matt und wir haben nach dem ersten Tag 10 Punkte.

 

Im Ersatzspielerturnier lief es eigentlich auch recht gut. Lenhard meinte sogar, er habe „heute die verrückteste Partie seines Lebens gespielt“. Sein Remis heute Nachmittag mit Türmen und Bauern muss tatsächlich eine turbulente Partie gewesen sein. Insgesamt erreichte Lenhard 2,5 aus 4 für die GS Neumarkt I.

 

3.Tag:  Nach Bayern kommt Berlin! Gegner in der 5. Runde war die Homer GS Berlin.

 

Und es begann schlecht gegen die Berliner und endete stark!

 

Bilanz am 4. Brett bei Lenhard Zaprasis nach 4 Minuten: ein Läufer weniger, zerschlagene Königsstellung. Es fällt auf, dass Lenhard in seinen Partien bereits in der Eröffnung in Nachteil gerät. Und so kam es dann auch, aller Kampf danach nützte nichts, sein Gegner setzte mit zwei Türmen schnell Matt.

 

Liam Klaus, am 3. Brett erneut mit starker, weil durchdachter Partie, stark mit Fesselungen, aber auch mit dem Gefühl, wann er sich verteidigen muss. Im Endspiel Turm und 5 Bauern (Liam) gegen ein Bauer und Läufer bekam er noch ein Remisangebot, doch als sein Gegner auch noch den Läufer einstellte, war das 1:1 perfekt. Wieder war dann ein großer Kampf der beiden erster Bretter gegen die beiden Brüder Sander und Malte Breitzmann zu sehen. „Es ist natürlich für euch gewonnen“, meinte die Berliner Trainerin, doch da war auch die Zeitnot. Hugo erhielt von Malte insgesamt vier Remisangebote, darunter drei gültige, doch Hugo hatte, wie immer, einen Plan und einen starken b- Bauern. Dann wurde der starke schwarzfeldrige Läufer gegen schwachen Springer abgetauscht und im Bauernendspiel sah Malte die Niederlage wohl schon kommen. Hugo hatte am Ende zwei verbundene weiße Bauern, die sich beide verwandeln konnten und die „neue“ Dame setzte schließlich, nach 55 Minuten, auch Matt. Da spielte Florian aber noch. Es war wohl die beste Partie des Kapitäns bisher. Starker Angriff am Dameflügel mit verdoppelten Türmen mit Figurengewinn und tollem Ende brachten den 3:1- Sieg gegen die Hauptstädter und Platz 3 in der Tabelle.

 

 Kurz war die Pause zur 6. Runde und da war der Sachsenmeister, die GS Kitzscher, unser Gegner. Ein schon vor Rundenbeginn sehr herzliches Verhältnis endete dann in einem insgesamt gerechten 2:2, was aber ein gefühlter 3:1 Sieg war. Zunächst durfte Florian noch in die Schatzkiste greifen und dann gab es an seinem Brett großes Erstaunen. Florian hatte nach nur 15 Minuten die Dame eingestellt und aufgegeben. Auch am 4. Brett sah es, schon zu Beginn, nicht so gut aus. Doch Hugo, im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufer, lehnte zwei Remisangebote ab und verwandelte einen seiner Mehrbauern zur Dame und gewann Partie Nr. 6. Tragik dann am 4. Brett: Adam, mit tollen Angriffsideen, konnte selbst zweizügig Matt setzen und unterlag dann durch Grundlinienmatt. So spielte Liam dieses Mal am längsten und kämpfte (erfolgreich) um Punkt Nr. 2 und das Mannschaftsunentschieden. Er fand starke Angriffszüge, gewann Figuren und setzte schnell Matt und verhinderte unsere erste Mannschaftsniederlage. Das Team bleibt (hartnäckig) auf Platz 3.

 

Und noch ein starker Gegner, dieses Mal aus Hessen: die Reformschule Kassel (Hessen). Und da stand ganz Sachsen-Anhalt hinter uns: „Tisch 1 erfolgreich verteidigen“, wünschte uns der Betreuer der GS „Am Kannenstieg“, Magdeburg. Und in der Tat: das Quartett der Neumarktschule saß erstmals am Spitzentisch und spielte gegen den Spitzenreiter! Und man merkte den Kampfgeist im Team. Hugo begann lässig mit dem Evansgambit, sein Gegner spielte unglaublich schnell dagegen und plötzlich war die Dame weg und Hugo spielte gnadenlos zu Ende. Noch schneller war Liam unterwegs. Trotzdem war er mit zwei (verbundenen) schwarzen Mehrbauern ins Endspiel gekommen. Es war klar gewonnen, wenn man den erzwungenen Turmtausch gesehen hätte. So konnte der Gegner sich tatsächlich ins gewünschte Remis mogeln (wenn man diese verschenkten halben Punkte nicht fehlen?!). Vom Remis war Lea Fritsch am 4. Brett meilenweit entfernt. Sie hatte wieder früh eine Figur verloren und versuchte „ins Patt zu kommen“. Flehentlich bat sie auch Florian, Remis anbieten zu dürfen. Das Ende nahte mit einer Springergabel und dann das Matt und es stand 1,5:1,5. Am Spitzenbrett war man inzwischen in Zeitnot. Florian lehnte ganz cool ein Remisangebot von Nick Fromm ab. Wie er aber dann die Leichtfiguren und Türme abtauschte und im Bauernendspiel richtig rechnete, das war schon große Klasse. Das Matt ließ sich sein Gegner nicht mehr zeigen und die Neumarktschule feierte heute den 2. Sieg und fiel trotzdem auf Platz 4 zurück, komisch und spannend zugleich! Mit einem halben Punkt mehr wäre man Zweiter gewesen! Ein unglaublich spannender Schlusstag, an dem nun alles möglich ist, steht an!

 

Zunächst gab es aber, trotz grauenvollen Wetters, das angedrohte Fußballturnier. Unser Team schied in der Vorrunde aus. Es begann die Vorbereitung auf das Finale, zum Beispiel mit pünktlichem zu Bett gehen und vor allem Schlafen! Das klappte ganz gut. Allen war klar, es gibt eine Riesenchance, Großes zu erreichen.

 

4.Tag: (Finale)  Wunderschönes Wetter begrüßte uns an diesem Sonntagmorgen in Dittrichshütte, ein gutes Omen? Die vorletzte Runde begann früher als gewöhnlich und das Quartett hatte sich gegen die Schule Genslerstraße Hamburg nicht nur einiges vorgenommen, sondern auch einiges ausgerechnet. Die Norddeutschen waren an allen Brettern schwächer besetzt. Und nach 14 Minuten durfte dann das erste Mal (leise, aber aus tiefsten Herzen!) gejubelt werden. Adam Marten hatte zunächst gut sizilianisch eröffnet und wieder einen Läufer (auf g4) geopfert. Mit Plan?? Ja!! Da stand plötzlich ein Matt in zwei auf dem Brett, Adam drehte sich schon mit einem schelmischen Lächelnd um, sein Gegner ergab sich seinem Schicksal und da war er – der langersehnte erste Sieg an Brett 4, Gott sei Dank! Schicksalhaft war auch das, was an Brett 3 in der Zwischenzeit geschah. Liam spielte eigentlich stark, natürlich wieder viel zu schnell und wieder mit zwei Mehrbauern. Liam entschied sich für a und c und hatte noch 19 Minuten Zeit und … setzte Patt. Da bricht, selbst bei einem nervenstarkem Trainer eine Welt zusammen und die „Fachleute aus seinem Team“ reagierten ebenso: Das kann doch nicht wahr sein, wieder ein halber Punkt…

 

Wenig später kam Florian zum souveränen Sieg und das Team hatte 20 Punkte. Hugo war im Duell um den Sieg um die/der Brettbeste an Brett 2 gegen Lisa Truong. Und ich kann den durchdachten Mattangriff (mit einer Figur weniger!) nur als (kleinere Kinder weggucken) als „geil“ bezeichnen! Perfekt kombiniert auf den offenen Linien und mit klarem Mattplan einfach stark und 3,5 Punkte, unser höchster Sieg, auf unser Konto.

 

Unser Team lag, vor der letzten Runde, mit einem halben Punkt Vorsprung plötzlich in Führung!

 

Kurz war die Pause, spät kamen die Ansetzungen, eine Vorbereitung war nicht möglich, höchstens bei unseren Gegnern. Doch der einzig mögliche Gegner im Endspiel der Deutschen Meisterschaft war eigentlich klar: die Jacob und Wilhelm Grimm Schule Erfurt für einen möglichst „märchenhaften Abschluss“ an Tisch 1?

 

Was für eine knisternde Spannung während dieser letzten Runde, es war furchtbar knapp. „Eure Trainer liefen aufgeregt von Tisch zu Tisch, standen hinter euch und hofften auf eure guten Züge und den eigenen Sieg…“, fasste das Kirsten Siebarth zur Siegerehrung treffend zusammen. Und tatsächlich: das große Rechnen begann:

 
1.GS Neumarkt                                              21,0 Brettpunkte
 
2.GS Stadtilm                                                20,5 Brettpunkte
 
3.Reformschule Kassel                                  20,0 Brettpunkte und
 
4.Jacob und Wilhelm Grimm Schule Erfurt  19,5 Brettpunkte (im direkten Vergleich).

 

Natürlich war die Hoffnung groß, doch ich hatte gehörigen Respekt vor der Thüringer „Schachhilfeconnection“ und ich sollte Recht behalten. Sorgenvoll ging mein Blick zunächst an Brett 3. Dort hatte Liam mit Schwarz e5 zugelassen und zog mal ganz schnell Sh5, es kam b4 und 5 Züge später war die Leichtfigur weg. Er kämpfte zwar und versuchte Freibauern zu verwandelt, aber sein Gegner ließ nichts zu und so lagen wir schnell zurück. Zu dieser Zeit führte die GS Stadtilm schon 2:0 und war an uns vorbeigezogen, die Reformschule Kassel lag 1:2 zurück und natürlich wurden uns auch die Erfurter mit jedem Punktgewinn immer gefährlicher.

 

Der Blick ging zu Brett 4. Hier stand Adam, nach sehr guter Eröffnung sehr gut. Er konnte einen Springer gewinnen, wollte aber unbedingt (schnell) Matt setzen, opferte dann erneut, doch dieses Mal sollte der Plan nicht aufgehen. Sein letzter Versuchmit Dame und Turm auf h7 schlug fehl und als er dann, beim Kombinieren und in Zeitnot (noch 3.30), sogar die Dame einstellte, ging es ganz schnell und er wurde mit Dame und Turm Matt gesetzt. Wieder kein Punkt. Die GS Stadtilm führte noch immer 2:1 und so war der Stand nach etwa einer halben Stunde:

 
1.GS Stadtilm                                                22,5 Brettpunkte
 
2.Jacob und Wilhelm Grimm Schule Erfurt  21,5 Brettpunkte (im direkten Vergleich).
 
3.GS Neumarkt                                              21,0 Brettpunkte
 
4.Reformschule Kassel                                  21,0 Brettpunkte

 

Und dann der nächste Schlag für uns: die Zeitnot in guter Stellung von Florian. Er wollte noch Remis anbieten, doch es war zu alles spät in doppelter Deutung! Das Blättchen fiel nach etwa 50 Minuten. Dazu kam, dass die GS Stadtilm ihre „Hausaufgaben machte“. „Wenn euer 3. Brett das gewinnt, habt ihr es“, sagte ich zu den Betreuern von Stadtilm und Natalie Pflugradt gewann tatsächlich wenig später ihre Partie (durch Blättchenfall) und die Meisterschaft war entschieden. Aber auch die Reformschule Kassel punktete, zu unserem Leidwesen, doch noch am 3. Brett zum 2:2 gegen die Landgrafen GS Dortmund und so kämpfte am Ende nur noch Hugo Post, auch wieder in Zeitnot. Das Remis musste ich ihm verbieten, um mit 22 Punkten wenigstens noch Platz 3 zu retten, meinte ich. Hugo „rockte“ das Bauernendspiel, kam zur Dame und gewann auch seine 9. Partie in einer Art und Weise, die begeistert. Doch der Thüringer Doppelsieg stand zu dieser Zeit schon fest, es wurde auch schon mehr als laut gejubelt, als Hugos Partie noch lief, na ja, kann man ja verstehen. Ich ging erst mal ein paar Kinder (mit Platz 3) trösten, doch ich hatte übersehen, dass in 2. Wertung die Mannschaftspunkte zählen und die Reformschule Kassel ja durch das 2:2 einen erkämpft hatte: also Platz 4 und ein wenig Enttäuschung war schon da. „Tja, das ist ja nun schade mit Euch…“, meinten die Sieger. Aber dafür können wir uns auch nichts kaufen. Ja, wenn man als GS Neumarkt gegen ein ganzes Bundesland kämpft…!!!

 

So konnten wir nicht ganz in den vielen Jubel zur Siegerehrung einstimmen, muss man alles erst mal setzen lassen, zumal es sehr viel Positives gibt. Einen schönen Pokal für die Kinder, ein Turnier von dem alle viel gelernt haben, das aufregend viel Spaß gemacht und eine sehr angenehme Zusammenarbeit mit Herrn Rahm und Herrn Fritsch. Danke dafür und bis zum nächsten Mal!