Aktualisiert   31. Dezember 2016
 
 
Deutsche Vereinsmannschaftsmeisterschaft
Altersklasse U10  (DVM U10)
 
___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
 
 
DVM U10 - 2016
 

31.12.2016, 12:02 Uhr | von JD:  Vom 27. bis 30. Dezember findet die Offene DVM U10 in Magdeburg statt. Unser Partnerverein SV Roter Turm Halle e.V. startet mit zwei Mannschaften, für die auch Johann Pietsch, Eugen Kuppe, Matti Kemper, Anton Kageler und Ian Fiedler aus der Grundschule Neumarkt Halle berufen wurden.

Daten & Fakten >    Partien aller Runden [PGN] >         

SV Roter Turm 1 >

SV Roter Turm 2 >

Johann & Eugen

Matti & Ian

Anton & R.Schneidewind & Ian

Am Ende wieder kein Fortune

31.12.2016 |von R.Schneidewind: Sie ist ohne Zweifel ein besonderes Turnier in Deutschland kurz vor dem Jahresende: Die Deutsche Vereinsmeisterschaft der Altersklasse u10, zum vierten Mal in unserem Bundesland. Magdeburg, im letzten Jahr sogar Deutscher Meister, erneut ein guter Gastgeber, bei stürmischen regnerischen Wetter.

Unser Verein ist erneut mit zwei Mannschaften und dem neuen Maskottchen vertreten und ist hier gut eingecheckt, wie man so sagt. Kurze Teambesprechung, dann begann der schwere Gang des internen Vereinsvergleiches. Und der war 2016 nicht ohne. Die zweite Mannschaft mit Charlotte, Joris, Matti Kemper und Ian Fiedler wehrte sich verbissen. Matti Adelmeyer, Chefcoach der Zweiten, sah, nach etwa einer Stunde, sogar „wunderliche Dinge“. War das erste Brett zwischen Eugen und Charlotte bis auf Eugens Mehrbauer, den er zäh verteidigte, noch ausgeglichen, so standen Joris (mit Figur mehr gegen Johann) und Matti Kemper mit Figur mehr gegen Nelly eigentlich auf Sieg. Auch Anton war, nach starkem Beginn, gegen Ian ins Hintertreffen geraten. Vor allem wollte er partout nicht rochieren und Ian hatte auf einmal einen Springer mehr. Sollte die zweite wirklich die erste schlagen? Nach einer Stunde war dies möglich.

Doch dann stellte Joris, bei einem Angriffsversuch, einen Turm ein, Nelly holte sich die Figur zurück und Eugen bekam endlich Spiel. Nur Antons Probleme blieben und irgendwann war die Partie wohl auch für Ian gewonnen. Am Ende rettete sich Anton, nach 90 Minuten, ins Patt und ich muss mir erstmal die Analyse anschauen. Unser Mannschaftswettkampf war mit der letzte der 1. Runde. Doch am Ende ging alles ganz fix. Während ich noch mit Anton und Ian analysierte, gingen die vollen Punkte an Johann, Eugen und Nelly zum doch noch klaren 3,5:0,5 Sieg der Ersten. Doch selbst Eugen, der immer auf den „Roten Turm“ aufpassen muss, der schon viel Beachtung gefunden hat, also der Turm!, gab zu: „Es sah auch mal aus wie ein 1:3.“

Ein „Maskottchenduell“ gab es witzigerweise in Runde 2. SV Empor Erfurt hieß der zweite Gegner für unsere Erste und so saß an einem Tischende die graue „Emporratte“ und auf der anderen Seite leuchtete stolz der Rote Turm. Am Ende sah die Ratte aber ganz schön alt aus. „Hoffentlich steigern sich Eure Kinder nicht gegen uns“, hatte der Erfurter Mannschaftsleiter noch gesagt, aber genau das trat ein. In 70 Minuten stand der zweite 3,5:0,5 Sieg fest. Anton, mit Grundreihenmatt, Johann, der schon nach 12 Zügen ein Remisangebot erhielt, reklamierte und nicht Recht bekam, dann doch mit Remis, und einem großen Kampf der beiden Weißspieler Eugen und Nelly, mit leichtem (Sieger)lächeln der Dame mit starkem Springer und dem klaren Erfolg über die Thüringer.

Noch stärker trumpfte allerdings die Zweite gegen den VfL Gräfenhainichen auf. Im Landesduell musste Gräfenhainichen das 1. Brett freilassen. Jaron hatte einen Mattplan mit Springer und Dame und gewann nach einer knappen halben Stunde, obwohl sein Gegner Magnus hieß. Interessant die beiden anderen Partien. Ian Fiedler, dieses mal an Brett 3, opferte in der Partie mit Pit Stockmann einen Turm für einen Freibauern und rechnete richtig, trotz einiger verpasster Chancen. Zu zuletzt gewann auch noch Joris, hochüberlegen (Matt mit zwei Türmen) gegen Amon Gertz: ein tolles 4:0 der Zweiten.

 

Der 2. Tag:   Eine schwierige Aufgabe wartete auf unsere 1. Mannschaft am frühen Morgen: die an Nummer 4 gesetzte Mannschaft von SV Eintracht Berlin, auch an den Livebrettern an Tisch 5. Das erste Brett der Berliner, Nils Norman Lox (27. der DEM 2016 u10) , eine interessante Aufgabe für Eugen, auch wegen 1. d4 Sf6 2. Sf3 d5 3. e3. Um es vorweg zu nehmen, Eugen setzte die kurze Vorbereitung gut um, beachtete alle Hinweise und stand zunächst ganz gut. Doch mit zunehmender Spielzeit zeigte sich, dass die Berliner für unser Quartett heute eine Nummer zu groß waren. Anton verlor, nach nur 30 Minuten als erster, Johann spielte irgendwann gegen zwei Damen. Nelly, in der Partie gegen Kay Hoffmann immer mit Minderbauer im Endspiel Springer/Turm gegen Springer/Turm gab sie einen Zug vor dem Matt auf, nachdem ihr Gegner einen klaren Plan konsequent umsetzen konnte. Am Ende, nach knapp 70 Minuten, kapitulierte auch Eugen, ein glattes 0:4 holte uns auf den Boden der Tatsachen.

Interessant auch die Begegnung unserer Zweiten mit der SG Blau-Weiss Stadtilm. Nun sind die Thüringer, auch im Schulschach, längst nicht mehr so stark wie in früheren Zeiten, und trotzdem. Zunächst verkündete Matti Kemper stolz seinen ersten Sieg und auch Jaron gewann erneut am 4. Brett. Doch die Spitzenbretter unterlagen, Charlotte gegen Paul Georg Langer (DWZ: 1246) zum verdienten 2:2.

Nur kurz war die Zeit bis zur 4. Runde. Unserer 1. Mannschaft wurde DJK Arminia Eilendorf zugelost, Setzplatz 26, eine unbedingt lösbare Aufgabe. Nur einen Tisch weiter spielte unsere Zweite gegen den SC Kreuzberg. Doch die meisten der 16 spielten so, als wenn sie schnell zum Mittagessen wollten, obwohl es hier gar keins gibt! Es war kaum mit anzusehen, die Folge: nicht so gutes Schach.

Nelly hatte am 3. Brett der Ersten gleich zu Beginn, mit der Schottischen Eröffnung, den Läufer auf c5 gewonnen und spielte dann mehr oder minder mit ihrem Gegner. Johann hatte mit Schwarz lang rochiert, fand nicht zu seinem Spiel und kam aus den Sorgen eigentlich nie heraus. Auf die 4. Bretter jedoch war in dieser Runde Verlass! Anton erkämpfte sich einen Freibauern, danach gab sein Gegner auf. Nelly fand letztlich, hochüberlegen ein schönes Matt mit zwei Türmen, Springer und Bauer mit tollem Plan. Doch Eugen konnte den verdienten Sieg nicht erkämpfen. Nach komplizierter Stellung und ständiger Verteidigung, hätte er beim Schlussangriff seines Gegners, Sören Korr, nur den Turm auf g6 schlagen müssen, und die Sache wäre gewonnen gewesen. Doch Eugen tauschte Dame gegen Turm und verlor schnell, also nur 2:2.

Und unser 2. Quintett? Hier geriet Joris von Beginn an unter Druck und ging letztlich, trotz einiger Mattideen, im schnellen Angriffswirbel von Momme Fredrik Held (kennen wir von Sebnitz, dort 21.), mit zwei Figuren weniger unter. Er und leider auch Ian ließen sich vom schnellen Spiel der Berliner anstecken. Ian spielte ein kompliziertes Bauern/Turmendspiel, mit Minderbauer, unglaublich schnell, scheiterte mit seinen Plänen und kapitulierte dann vor einem Freibauern.

Es stand 0:2 als Jaron vom „guten“ 4. Brett frohe Kunde brachte. Er hatte konzentriert und langsam gespielt, erhielt das Sonderlob der Trainer und hatte am Ende wohl Turm und Leichtfigur mehr gegen Roman Varykhalov. Charlotte kämpfte als Letzte vergeblich um das 2:2 und so stand, nach nur 75 Minuten, die zweite Niederlage unserer 2. Mannschaft fest.

Die 5. Runde brachte erneut lösbare Aufgaben für beide und es war die Runde der „cleveren Mädchen“!

 Unsere erste Mannschaft traf auf den Düsseldorfer SV. Zunächst war eine starke Partie von Johann Pietsch zu sehen, der das Team in Führung brachte. Anton, klar überlegen, hatte nur kurz vor dem Ende noch eine Mattdrohung zu überstehen, dann stand es 2:0. Der Gegner von Eugen, Dino Hörhager-Celjo, versuchte, mit einer Leichtfigur weniger, mit ungültigem Angebot, sich ins Remis zu mogeln. Doch Eugens starker Springer regelte alles zum 3:0. Nur Nelly spielte noch, der Wettkampf lief schon 105 Minuten, als sie ein schönes Turmopfer fand und, auch mit etwas Glück, das erste klare 4:0 perfekt machte und uns wieder in die Spitze brachte. Die Mannschaft liegt auf Platz 8.

Fast genauso turbulent ging es am Ende bei der Zweiten zu. Ihr Gegner war der 51. der Tabelle, SK Neumarkt. Zunächst klappte bei Joris wieder mal der „f7-Trick“. Er gewann den h-Turm und stand eigentlich auch gut, übersah dann aber ein zweizügiges Matt. Doch Ian sorgte schnell für den Ausgleich. Dann musste Mannschaftsführerin Charlotte Derling tätig werden. Fast 5 Minuten diskutierte sie mit Matti Kemper und dessen Gegner, Andreas Hierl, über dessen Remisangebot (geht eigentlich gar nicht) und dies bei eigenem Minderbauern. Matti sollte schließlich annehmen. Es stand 1,5:1,5 doch Charlottes Lage auf dem Brett verschlechterte sich zunehmend, bis einem Zug vor dem Matt. Ihr Gegner, Vinzenz Schilay, hatte Charlotte auch noch ständig daraufhin gewiesen, wo ihr König hinzugehen hätte. Dies quittierte Charlotte mit einem kurzen „weiß ich doch selber!“ Einen Zug vor dem möglichen Matt überlegte Charlotte vier Minuten, nahm den Bauern auf d3 und sagte „Schach“. Sollte sie wirklich...? Immer wieder Schach! Und tatsächlich! Charlotte fand das Dauerschach und ihr Gegner willigte ins Remis ein. 2:2 „Cleveres Mädchen,“ kommentierte Jens Adelmeyer, man staunt, auch als Trainer, eben immer wieder!

Turbulent in dieser 5. Runde war aber auch die Partie im Ersatzspielerturnier von Jaron Rumpold. Mit seiner skandinavischen Eröffnung hatte er jede Menge Figuren und Bauern erobert und wohl 13 Bauerneinheiten mehr und wurde trotzdem von einem starken weißen Angriff mit Springer, Läufer und der Dame überrollt. Doch über die Ergebnisse im Ersatzspielerturnier decke ich lieber den Mantel des Schweigens. 

 

Der 3. Tag:  Wieder einmal hing das Schicksal unserer 1. Mannschaft an einem Schachteam aus Paderborn. War es vor zwei Jahren der „Blaue Springer“ so erhielten wir dieses Mal die Schachakademie Paderborn I zugelost, an Nummer drei gesetzt. Das war mir am Abend vorher eine Vorbereitung für unsere vier Kämpfer wert. Eugen traf immerhin auf den Sechsten der diesjährigen DEM u10, Robert Prieb (DWZ: 1564). Und dann immer wieder dieses 1. d4 … Das 4. Brett der Paderborner schaffte in Runde 1 sogar das Seekadettenmatt! Chancen sah ich an den Brettern 2 und 4.

Die 2. Mannschaft traf auf die SF Friedrichshagen und dort begann es schlecht. Jaron übersah, nach gutem Beginn, eine Mattdrohung. Doch neben ihm gab es wieder eine sehr gute Partie von Ian zu sehen im Endspiel seines Turmes gegen einen Läufer. Er verlor zunächst einen kostbaren Freibauer (zu schnell gezogen, da nützt auch das leise Schei... nichts!), dann ging er ins Turmendspiel, holte sich dann den nächsten Freibauern zur Hilfe und glich aus. Charlotte fand wenig später den Läuferzug mit Damegewinn, was zur sofortigen Aufgabe ihres Gegner und zum 2:1 führte. Doch Joris, der viele Probleme während der Partie zu lösen und immer weniger Material hatte, zog auch im Endspiel viel zu schnell und unterlag nach Turmeinsteller. Also Punkteteilung für die Zweite.

Doch im Mittelpunkt der 6. Runde stand natürlich die zweite Begegnung an den Livebrettern unserer Ersten. Eugen machte am ersten Brett ein großes Spiel gegen den sechsbesten u10- Spieler Deutschlands. Er nahm den Kampf an und Robert Prieb kam gehörig ins Schwitzen. Als erster erkämpfte Anton ein Remis. Doch die Analyse (im Zug) zeigte ein deutliches Plus für unser viertes Brett. Dennoch hielt unsere Mannschaft das Geschehen lange offen. Zunächst bekam Johann Schwierigkeiten. Er kämpfte mit zwei Springer und einem Turm gegen zwei Türme und einen Springer. Beim Abtausch blieb ein entfernter Freibauer am Dameflügel und Johann gab noch großem Kampf auf. Bei Nelly war es lange unklar. Ihr Gegner zog sehr schnell, trotzdem hatte sie am Ende zwei Figuren weniger. Die 0,5:3,5 Niederlage zeichnete sich ab und war nach über 90 Minuten perfekt. Unsere Mannschaft fiel zurück. Doch beide bekamen in der letzten Runde wieder lösbare Aufgaben.

Und die zweite Mannschaft legte gegen Tura Harksheide Norderstedt gleich richtig los. Joris gewann, nach 9 Zügen und 10 Minuten, schäfermattähnlich. Charlotte erhöhte 30 Minuten später auf 2:0. Mit einem Unentschieden sicherte Ian den Mannschaftssieg und Jaron setzte mit Dame und Turm noch einen drauf! Mit dem 3,5:0,5 Erfolg hatte die 2. Mannschaft exakt so viele Mannschaftspunkte wie die Erste vor Beginn des Spiels gegen VSG 1880 Offenbach. Die Offenbacher spielten mit drei Mädchen, starke Mädchen. Es entwickelte sich ein zäher Kampf an allen Brettern. Allerdings hatte Nelly zu Beginn eine Leichtfigur verloren und auch Eugen spielte mit weniger Material. Doch er setzte auf zwei verbundene Bauern und machte viel Druck. Doch seine Gegnerin verteidigte sich stark. Ähnlich erging es auch Johann. Nur Anton sicherte am Ende klar und deutlich den Erfolg mit Dame und Turm mehr. Das Team lag in Front. An den Spitzenbrettern war nichts entschieden. Endlich hatte Johann Materialvorteil erkämpft. Eugen bot sofort Remis an und seine Gegnerin nahm an. Die Freude bei den Offenbachern über die Punkteteilung war sichtbar. Nur wenige Minuten später setzte Offenbach an Brett 2 zum Gegenangriff an. Johann verlor (mit zu schnellen Entscheidungen) kurz die Übersicht, ein falscher Zug führte zum Dameverlust. Zwar kämpften Johann (2 Springer gegen Dame) und Nelly, nach Fehler, nun mit zwei Figuren weniger noch weiter, aber die Niederlage war nun spürbar Routiniert löste Johanns Gegnerin, mit Hilfe eines Freibauern das kleine Problem und wieder spielte Johann gegen zwei Damen und wurde Matt gesetzt. 1,5:1,5, doch die Hoffnung auf Nellyerfüllten sich nicht. Trotzdem kämpfte sie bis zum Blättchenfall, doch nach 100 Minuten Kampf war die schmerzliche 1,5:2,5 Niederlage perfekt und der Rückfall ins Mittelfeld, wie 2015.

Die Zeit bis zur Siegerehrung vertrieb man sich mit der Analyse mit Nelly und einem Trainerduell mit armenischem Kommentator. Kurz vor der Siegerehrung einigten sich Matti und ich auf Remis.

In der fast 90- minütigen Siegerehrung wurden nicht nur zahlreiche Preise vergeben und der neue deutsche Meister gekürt, sondern es war auch wieder alles in Ordnung.

Ich denke hingegen, dass diese Meisterschaft am Abschlusstag kurz vor dem Abbruch stand. Und wieder war es, wie schon im Dezember 2013, das Noro-Virus. In unserer Mannschaft hatte es Matti Kemper erwischt, dem es zwei Tage nicht gut ging und den die Mutti früher abholen musste. Ähnlich erging es den SF Hettstedt, ein Leipziger musste ins Krankenhaus. Kurz vor der Siegerehrung hatte sich Michael Zeuner bei unserem Verein erkundigt und gab zu, „dass es weitere Fälle gäbe.“ Einen Tag später lautete die Schlagzeile der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Neuer Noro-Virus grassiert.

Und zum Schluss gab es doch noch eine Erfolgsmeldung. Im gut besetzten Schachzwerge-OPEN erkämpfte ein stark spielender Julius Pietsch Rang 3. Also Ende gut, alles gut?

_____________________________________________________________________________________________________________________________________________________

 

DVM U10 - 2015

27.12.2015 | von JD:   Vom 27. bis 29. Dezember 2015 wird die Deutsche Vereinsmeisterschaft in der Altersklasse U10 in Magdeburg ausgetragen. Aus unseren schachbetreuten Grundschulen starten für den SV Roter Turm Halle (SV RTH) Johann Pietsch, Eugen Kuppe, Anton Kageler, Matti Kemper, Josef Mielewsky (alle GS Neumarkt Halle) und für den USV Volksbank Halle (USV VBH) Gero Schulemann, Joris Wähler und Marvin Sobansky (alle GS Frohe Zukunft Halle). 

Turnierseite >    SV RTH 1 >    SV RTH 2 >      USV VBH >

  Fotoalbum > 

Rüdiger Schneidewind berichtet aus Magdeburg, 
Fotos von Rüdiger Schneidewind & Steffen Kageler:
 
29. Dezember - letzte Tag:   Der Morgen begann bei einigen etwas hektisch. Und dennoch: das Spiel gegen den Vizelandesmeister würde eine Vorentscheidung über unser Gesamtabschneiden 2015 bringen. Es musste gewonnen werden, dass war klar. Allerdings kam ich durch die Hektik der Frührunde nicht groß zum Vorbereiten. Ganz anders unser Gegner. Der USC Magdeburg I war topp vorbereitet auf unser Team, besonders merkte man dies an Michael Pikalow, der Eugen Kuppe geradezu studiert haben muss. Eugen geriet von Beginn an stellungsmäßig in Nachteil, vor allem am Dameflügel, rochierte auch noch lang ins Unglück und irgendwann kostete das auch Material. Ein fieser Springer, der sich auf b3 festsetzte kam dazu und irgendwann gab er auf. Calvin am 4. Brett hatte wieder einmal die skandinavische Eröffnung gewählt 1. e4 d5 2. d3 was nicht gut ist für Weiß und stand gegen Robin Schiffner immer etwas besser und gewann schließlich. Am ersten Brett wurde sehr schnell gespielt, doch Julius hatte Siegfried Hoffmann, den er in Güntersberge noch besiegt hatte, unterschätzt und verlor. So verkündete Johann nach über 70 Minuten das Endergebnis 2:2. Es war eine zunächst ausgeglichene Partie bei Johann bis er eine Figur gegen einen Bauern und die Partie gegen Areg Khanbeykan gewinnen konnte. Wenigstens 2:2, doch richtig weiter half uns dieses Ergebnis nicht.

Unsere 2. Mannschaft traf auf die SG Niederkassel. Matti Kemper, von dem ich heute einen Punkt gefordert hatte, forderte selbst „berührt geführt“ und kassierte mit dem Läufer die Dame. Was die Punkte betrifft, war einer aber wieder schneller?? Richtig, Karl-Josef brachte das Team nach 15 Minuten, („...nur ein Viertelstündchen...“) in Führung. Matti brauchte zum Matt setzen, vor allem durch ergänzende Analysen und Gespräche mit seiner Gegnerin Charlotte (ist doch seine Chefin?) ach so, Eschweiler, und mit dem Maskottchen etwas länger, setzte dann aber mit Turm und Dame zur 2:0- Führung Matt. Anton hatte mit Bruder Mattes etwas mehr Mühe, gewann aber die Leichtfigur und war wesentlich aktiver. So stand es 3:0 als Charlotte als Letzte von unseren Kindern noch spielte, bis zu ihrem Blättchenfall zum 3:1 Sieg! Während ich mir noch Nellys schönen Mattplan im Ersatzspielerturnier ansah, ging es in die Vorbereitungen für das Finale. Unsere erste Mannschaft war um zwei Plätze abgerutscht und hat jetzt genauso viele Brettpunkte wie die erste!? In der Gesamtwertung führte Hamburg I vor den Schachzwergen mit einem Mannschafts- und einem Brettpunkt.

Der Gegner unserer 1. Mannschaft hieß Hamburger SK III, ein starkes und unbequemes Team und um es vorweg zu nehmen, heute eindeutig eine Nummer zu groß. Variables, ideenreiches Angriffsspiel und viel taktisches Verständnis ließen uns an allen Brettern nicht gut aussehen. Dazu kam, dass Nelly zu schnell begann und erst langsamer spielte, als sie mit 5 Bauern auf weißen Feldern in ein Endspiel mit 5 schwarzen Bauern und einen weißfeldrigen schwarzen Läufer ging. Das konnte nicht gut gehen so unterlag sie nach nur 35 Minuten. So ein schnelles 0:1 stärkt nicht gerade die Moral. Bei Johann wuchs der Druck im Endspiel starker Läufer gegen Johanns schwachen Springer. Bei Eugen war es ausgeglichen, aber kompliziert. Genau in diesem Moment erhielt Julius ein Remisangebot an Brett 1, selbst leicht im Nachteil. Er lehnte sofort ab und übernahm damit Verantwortung für die Mannschaft, gut gemacht Julius!

Doch wenig später folgte das Angebot am Brett 3. Eugen nahm, nach Nachfrage, das Angebot im 27. Zug an. Doch die Lage war damit nicht einfacher geworden und als Johann nach 59. Zügen Matt gesetzt wurde, war die Begegnung verloren. Julius kämpfte weiter, musste seinen Turm geben und hatte letztlich eine ganze Figur weniger und den schlechteren Läufer. Mit Plan opferte sein Gegner, Kai Zores, noch seinen Turm gegen den Läufer und Julius kam im Bauernendspiel in Zugzwang und ließ sich das Matt im 63. Zug noch zeigen. Etwas Trost half da nicht, die Enttäuschung über die Niederlage und die Endplatzierung waren groß.

Doch ich will unsere 2. Mannschaft in dieser 7. Runde nicht vergessen. Sie traf auf den SC Landskrone. Ich dachte bisher immer, das wäre eine Biermarke, doch nein, es ist ein Verein aus Rheinland-Pfalz mit über 70 Mitgliedern. Dazu gibt es noch eine alte Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, aber ich schweife ab. Kurz nach Wettkampfbeginn war zunächst bei Matti II (ohne Maskottchen) alles zu spät. Ich hatte Matti I zwar losgeschickt, es zu holen, doch er kam (bei dem Spieltempo und schlechter Eröffnung mit Schwarz) einfach zu spät. Nach 10 Minuten wurde er, also Matti II Matt gesetzt. Bei Karl-Josefs Eröffnung war zunächst alles gut gegangen. Mit einer Springergabel auf c7 gewann er den a-Turm. Doch sein Gegner spielte sehr ruhig weiter und als Karl-Josef merkte, dass er dieses Mal nicht der schnellste ist, stellte er einen Turm ein und verlor nach 23 Minuten (eigene Bedenkzeit: 7 Minuten!). Und nach Antons Niederlage wurde Charlotte wieder zur „Alleinunterhalterin“. Ruhig und überlegt spielte sie gegen Lena Kalina (nach Aussage aus dem Hause Derling/Tretner, 7. der DEM 2015 u10w). Also bei mir erkämpfte sie 5/11 bei der DEM in Willingen 2015, besiegte dort unter anderen Elina Heutling und wurde damit nach 11. Runden Zwölfte in der u10w. Doch das soll die tolle Leistung von Charlotte nicht schmälern. Am Ende fand sie das Matt in 3 mit Läufer, Springer, Dame und Turm und durfte es gleich nach Hause telefonieren! Charlotte sorgte u.a. auch dafür, dass die Zweite nun mehr Brettpunkte hat, als die Erste, verkehrte Welt! Und was, frage ich, nützt der 1. Mannschaft die vierthöchste Buchholzwertung (mit zwei anderen Teams) auf Platz 33?

Was folgte war Warten und eine würdige Siegerehrung, dort wo vor zwei Jahren die Deutschen Einzelmeister gekürt wurden. Jeder Teilnehmer bekam einen Pokal, auch die Trainer wurden mit einer laola Welle auf der Bühne gefeiert und erhielten einen Pokal. Der Höhepunkt war dann die Pokalübergabe an den neuen Deutschen Vereinsmeister, den nur wir einen Mannschaftpunkt abnehmen konnten!!! Die Schachzwerge Magdeburg belegten, nach dem 3:1 über den Hamburger SK I den ersten Platz. Glückwunsch an Michael Zeuner und sein Team von uns! Nur mit dem Abspielen der Siegeshymne müssen sie noch üben!

Dann fanden alle Platz in den Autos und nach einer kurzen Pause sieht man sich „im Alltag“ wieder – bei der BEM in Heldrungen. -- ENDE --

28. Dezember - zweiter Tag:   Erfolg ist vergänglich oder man muss ihn sich an jedem Wettkampftag neu erarbeiten (Foto li. Besprechung). Das könnte die Überschrift des heutigen Tages sein. Nach dem wirklich starken Auftritt des gestrigen Tages standen am zweiten Wettkampftag drei harte Runden in kurzem Wechsel und für unsere erste Mannschaft in der unmittelbaren Spitze an. Dazu kam das sehr frühe Aufstehen (okay es ist Montag) und der eigentlich unnötig frühe Rundenbeginn 8.00 Uhr.

Dann muss ich leider berichten, dass ich nur eingeschränkt berichten kann, weil unsere Kinder in der Früh- und Vormittagsrunde in der Mittelreihe ausgelost wurde, so dass man vom Rand nur wenig „Aktuelles“ sehen konnte.

Doch zunächst war auch in der 3. Runde gegen die SG Blau-Weiss Stadtilm der Erfolg „zu Gast“. Die Thüringer waren für uns eine Art Angstgegner, fast immer gab es Niederlagen. Doch unsere Kinder waren gut vorbereitet, dieses Mal sollte diese Serie durchbrochen werden. Johann bot eine starke Partie gegen die deutsche u10w- Vizemeisterin, Pauline Schmidt, und gewann nach 57 Zügen. Da kämpfte Nelly noch im Bauernendspiel gegen Paul Langer. Der Thüringer kam, nach zwei von ihm abgelehnten Remisangeboten, im 61. Zug zuerst zur Umwandlung, behielt seinen Turm. Zu dieser Zeit stand Nellys Freibauer noch auf g3. Doch sie kämpfte unverdrossen bis sich nur noch die Könige auf dem Brett befanden. Eugen mit seinem dritten Sieg und Julius mit seinem Remis gegen Natalie Pflugradt, ebenfalls DEM-Teilnehmerin 2015, machten den zweiten 3:1 Sieg nach über 90 Minuten perfekt und, wie Herr Kageler treffend feststellte: „Keiner hat verloren!“

Unsere 2. Mannschaft (Foto re.) traf in der 3. Runde auf KSV Rochade Göttingen III und gewann gegen nur drei Spieler glatt mit 4:0! Matti Kemper brauchte nur die Uhr in Gang zu setzen und marschierte dann mit Matti ins Ersatzspielerturnier. Karl-Josef sehr schnell und Anton brachten die klare Führung. Charlotte spielte bisher immer am längsten, auch dieses Mal gegen Amelie von Hugo und war letztlich im Dameendspiel erfolgreich.

Ein seltener Doppelerfolg also in der Frührunde. Die Auslosung kam und der Gegner für die Erste hieß SV Empor Erfurt I (Setzlistenplatz 4). Im Spielsaal angekommen mussten wir aber gegen die SG Porz ran (Setzlistenplatz 7). Auch gut, aber Vorbereitung war nicht mehr, eben neue Auslosung. Doch trotz dieser Umstände: unser Team meisterte auch diese Situation ganz gut. Johann unterlag zwar im Bauernendspiel, doch Julius besiegte, nach 38 Zügen Jonas Gallasch. In einer weiteren sehr guten, vor allem aber kämpferischen Partie, gewann Eugen auch diese Runde, trotz eines Einstellers im Endspiel. Mit Turm und drei Bauern kämpfte er gegen Springer, Turm und zwei Bauern von Rafael Sabirov, gewann die Leichtfigur zurück und siegte nach 80 Zügen und über 90 Minuten. Julius als Mannschaftskapitän, schaute bei der 2:1 Führung eigentlich optimistisch, doch wieder fehlte ein halber Punkt zum Sieg. Calvin Meurer am 4. Brett konnte eine ausgeglichene Stellung in Zeitnot nicht halten. Im 39. Zug hätte er durch a6 sogar gewinnen können. Also wieder „nur“ 2:2.

Bei der 2. Mannschaft ging es gegen den Hamburger SK IV recht schnell. Karl-Josef war von den 9 Kindern wieder mal als erster fertig, dieses Mal, nach 14 Zügen erfolgreich. Und nach der Niederlage von Matti Kemper hatte zunächst Anton einen guten Plan mit einem aktiven Turm und dem a-Bauern, setzte ihn um und brachte das Team mit 2:1 in Führung. Doch Charlotte Derling, die zu Beginn sehr gut stand, kostete ein grundloser Damezug nicht nur den Vorteil, sondern eine Figur und die Partie. Trotzdem war das doppelte 2:2 natürlich in Ordnung.

In den Nachmittagsrunden saßen dann beide Mannschaften wieder am Rand, wo man fast alle Bretter relativ gut einsehen kann. Doch vielleicht wäre es für meinen Blutdruck besser gewesen, wenn ich nichts bis wenig gesehen hätte. Denn was es zu sehen gab gegen unseren 5. Gegner, die SchachAkademie Paderborn I (Setzlistenplatz 5) war mit Sicherheit unsere schwächste Leistung hier. Schnell standen wir an den ersten drei Brettern wesentlich schlechter, nur Nelly besaß klare Vorteile. Scheinbar fehlte in dieser dritten Tagesrunde nun auch die Kraft und die nötige Konzentration. Johann und Eugen hatten schnell eine Figur weniger und speziell bei Eugen half dieses Mal auch die Schachgöttin nicht. Schnell stand es 0:2. Dann übersah auch noch Nelly, mit fünf Bauern mehr und einer völlig zerstörten gegnerischen Königsstellung das Schach auf f2 mit folgendem Matt. Julius kämpfte gegen Robert Prieb (DWZ: 1647) zwar noch weiter, doch er hatte von Anfang an, durch das aggressive Spiel eine gedrängte Stellung und war letztlich ohne jede Chance.

Ähnlich erging es unserer 2. Mannschaft gegen den Peiner SV. Doch hier störten mich und wohl auch unsere Kinder während des gesamten Wettkampfes zwei Kinder des gegnerischen Vereins? als tuschelnde Zuschauer. Anton hatte sich einige Male beschwert, doch so richtig wird das hier nicht wahrgenommen, ebenso die zahlreichen aktiven Handys und ähnliche Geräte im Saal. Na ja, daran hat es aber nicht nur gelegen. Matti Kemper, zum Beispiel, hatte sich eine sehr gute Stellung mit Schwarz erarbeitet, erhielt einen Turm geschenkt und versuchte einen „Grundreihenmattplan“ umzusetzen. Als der nicht aufging, gab er viel zu schnell auf, „mit Kopfschmerzen“, wie er mir hinterher sagte. Hätte man ja mal bei Herrn Schneidewind, in der hauseigenen Apotheke nachfragen können. Aber so ist er eben, unser Matti II. Dass Karl-Josef als erster fertig war, brauche ich nicht zu erwähnen. Er hatte lang rochiert und eine schöne Idee am Königsflügel. Nur mit eingestellter Dame verliert man eben, allerdings gegen Hugo, ach nein Patrick Post. Und so stand es, nach 30 Minuten 0:2. Bei Anton waren, im Doppelturmendspiel, irgendwo zwei Bauern abhanden gekommen und als es seinem Gegner gelang, einen Turm zu tauschen, brach Antons Stellung schnell zusammen. Mit sehr viel Ruhe spielte nur noch Charlotte. Sie kämpfte mit einem Läufer gegen schwarze Bauern und letztlich mit Erfolg. Und als sie nach 80 Zügen Matt setzte war sie auf ihren 2. Punkt richtig stolz! Kann sie auch, weil sie die einzige war, die in der Nachmittagsrunde gewann. Denn selbst Calvin, im Ersatzspielerturnier hatte verloren. Sie rettete sozusagen etwas die Ehre eines eher enttäuschenden Nachmittags für unseren Verein. Aber irgendwie muss die Schachgöttin, heißt sie Caissa, Halle ohnehin am Nachmittag verlassen haben, denn auch Lars Stowicek vom USV VB klagte über ein „absolut enttäuschendes und unakzeptables 0,5:3,5“ gegen die Schachzwerge Magdeburg II. Übrigens, die Schachzwerge I haben heute alles gewonnen und nur einen Verlustpunkt, von wem wohl?? Wir sind jetzt 21. und 47.

Baden und zum Italiener, bis morgen! Gegen den USC Magdeburg I!

27. Dezember - erster Tag:  Es ist so wie immer. Weihnachten ist gerade vorbei und man tingelt mit Bahn oder Auto nach Magdeburg ins „maritim“. Gegen 13.00 Uhr war der Rote Turm komplett und in der Mannschaftsleiterbesprechung mit vielen Fragen wurde eines schnell klar: Es würde in Runde 1 wieder jede Menge Vereinspaarungen geben. So hieß unsere erste Ansetzung SV Roter Turm Halle II gegen SV Roter Turm Halle I, wie schrecklich, aber warum soll ein Computer auch lieb sein. Man kann nicht einmal sagen, dass es schachlich nicht viel zu berichten gibt, auch wenn sich der Unterhaltungswert in Grenzen hielt. Exakt 14 Minuten „benötigte“ Karl-Josef für Nelly Adelmeyer und die zweite Mannschaft ging in Führung. Nelly hatte eigentlich sehr gut begonnen, hatte einen Bauern mehr und ließ dann den „Einschlag“ mit Läufer und Dame auf h2 zu. Karl-Josefs Plan ging auf: Matt in zwei Zügen. In der Partie Eugen gegen Anton (ich hatte bewusst die Partie Johann gegen Anton vermieden) gab es gleich zu Beginn einen „Fingerfehler“ von Anton. Er zog c4 statt d4 und kam danach komplett durcheinander. Mit starken Zügen spielte Eugen eine Superpartie und ließ Anton keine Chance. Ähnlich erging es Matti Kemper an Brett 4. Calvin Meurer opferte mutig auf h3 und gewann, nach 26 Zügen sicher. Etwas länger spielte Charlotte gegen Julius. Doch am Ende siegte „die Erste“ standesgemäß 3:1.

Gespannt war man auf die Gegner in Runde 2. Und da kam zunächst die Ernüchterung: SV Roter Turm I am Spitzentisch, live, gegen die Schachzwerge Magdeburg! Auch unsere 2. Mannschaft erhielt mit dem SF Brackel 1930 einen klangvollen Namen, aber zunächst zu unserer „Ersten“. Unter dem Motto „Du hast keine Chance, nutze sie!“ bot sie dem hohen Favoriten einen unglaublichen Kampf! Von Minute zu Minute wuchs beim Beobachter Stolz auf dieses toll kämpfende Team. Andere Beobachter sprachen von „hochinteressanten Stellungen, in denen nicht entschieden ist...“(Andreas Domaske). An den beiden Spitzenbrettern hatte es die Familie Pietsch immerhin mit den WM-Teilnehmern Tobias Morgenstern und Ole Zeuner zu tun. Tobias hatte sich seine Aufgabe gegen den u8- Landesmeister 2015 wohl etwas leichter vorgestellt, doch Johann hielt voll dagegen, ärgerte Tobias im Endspiel mit einem Superspringer und zwei Randbauern und hatte im Endspiel genau den richtigen Plan. Als der letzte schwarze Bauer fiel, kämpfte ein schwarzer Springer von Tobias gegen drei weiße Bauern. Johann hatte wohl auch hier die richtige Strategie. Sowohl Tatjana Melamed, die nur lobende Worte zu Johanns Partie fand und auch der Trainer des USC Magdeburg, Thomas Buntrock, gaben die Partie als „klar gewonnen für Weiß...“ und, es tut mir leid Johann, die Shredderanalyse zeigt ein Plus von 7,9! Doch Johann bot Remis an, fragte vorher Julius, beide übersahen mein leichtes Kopfschütteln und Tobias nahm sofort, sichtbar erleichtert an. Das war nach rund 100 Minuten. Calvin war, nach dem Abtausch der letzten Leichtfiguren, in ein Bauernendspiel mit Minderbauer geraten. Elina Heutling spielte das konsequent und Calvin musste aufgeben. Sollte es nun doch das erwartete 1:3 geben? Doch Eugen und Julius hatten etwas dagegen. Eugen hatte zunächst einige Probleme mit Til Joppichs Angriff auf f7, konnte dann aber die Damen tauschen und behielt, trotz vieler Königszüge zu Beginn, einfach die Mehrfigur. Im Endspiel Springer gegen Turm half Eugen dann auch noch das Glück des „Tüchtigen“, als Til eine Springergabel mit Turmverlust übersah, das 3. Brett kippte völlig überraschend zu unseren Gunsten. Doch gewonnen war es noch lange nicht. Beide hatten Randbauern und Tils Bauer stürmte, mit Hilfe des Königs unaufhaltsam nach vorn. Doch im richtigen Moment erkannte Eugen, dass der eigene König dem bis dahin immer hilfloseren Springer helfen musste. Einige Zwischenschachs sorgten dafür, dass ein vom König gedeckter Springer das Verwandlungsfeld des Bauern beherrschte. In diesem Moment gab Til auf und ich verkündete im Foyer trocken: „Ausgleich.“ Doch eigentlich war dieser unerwartete Punkt der Sieg. Mit starkem Siegeswillen hatte Julius gegen Ole Zeuner gespielt. Ein Riesenläufer beherrschte im Endspiel alles, Julius hatte plötzlich sogar einen Bauern mehr und Ole nur noch wenig Zeit und wurde sichtlich immer ratloser. Julius meinte hinterher, er hätte nicht gewusst, dass es keine Zeitkontrolle mit Zuschlag gibt. 30 Sekunden vor Oles Blättchenfall geriet er tatsächlich in eine Springergabel mit Läuferverlust. So bot er Remis an, dass Ole annahm. 2:2 gegen die Nummer 1 gesetzten Schachzwerge Magdeburg I! Ein Traumergebnis eigentlich. Doch nach diesem unglaublich tollen Kampf des gesamten Teams über fast zwei dramatische Stunden eigentlich ohne die verdiente Krönung und Sensation.

Auch unsere zweite Mannschaft ist im Turnier angekommen und bot einen guten Wettkampf. Matti Kemper unterlag, nach 70 Minuten zwar, doch Karl-Josef stand wohl klar auf Gewinn, wollte die Dame des Gegners nicht schlagen und nutzte auch sonst die sich bietenden Chancen nicht und gab auf. Anton hingegen gewann seine erste Partie überlegen, während Charlotte als Letzte unterlag, also zum zweitenmal 1:3.

Verspätet ging es zum „Griechen“. Nach langem Warten auf das Essen ging es (hoffentlich) überall schnell ins Bett.